Menschenbild

Grundlage unserer Arbeit ist das Menschenbild des Humanismus und der Aufklärung, das sich in seinen Anfängen klar vom christlich-religiösen Menschenbild unterschied und in späterer Folge, sowohl vom biologisch-nihilistischen, als auch vom medizinisch-psychiatrischen Menschenbild abgrenzte.
Seine Hauptrichtung findet sich heute in der humanistischen Psychologie von Carl Rogers, aber auch im dialogischen Prinzip von Martin Buber.
Die Hauptthese der humanistischen Psychologie ist, dass jede Person, der eine hilfreiche Atmosphäre geboten wird, die durch Ausstrahlung von Transparenz, Echtheit, positiver Wertschätzung und dem Entgegenbringen von Verständnis ausgezeichnet ist, sich in Richtung größerer Reife unter dem Gesichtspunkt von Wachstum und Autonomie entwickeln kann.
Diese Aktualisierungstendenz, also die Selbstbestimmung, Selbstverantwortlichkeit und Selbstgestaltung ist die Triebfeder der Weiterentwicklung jedes Menschen.
Die positive Grundeinstellung und Grundhaltung unterscheidet sich dabei vom psychoanalytischen Menschenbild Sigmund Freuds.
Parallel zu den Gedanken der humanistischen Psychologie orientiert sich unsere Begleitung und Assistenz auch am Gedanken von Empowerment.
Das Empowerment-Konzept basiert auf einer Philosophie, die die Kluft zwischen individuellen Interessen, sozialen Anforderungen und Systemzwängen zu überbrücken versucht, indem es zur Bewältigung von Problemlagen, wie zur Förderung von Lebensautonomie, auf menschliche Stärken und Fähigkeiten setzt, individuelle, soziale und ökologische Ressourcen so zu nutzen, dass akzeptable Lösungen für den Einzelnen, für die Gemeinschaft und für die Welt als "Ganzes" zu finden sind.
Die stärkenorientierte Perspektive basiert auf einem tiefen Vertrauen in Stärken, Kompetenzen oder Fähigkeiten jedes Einzelnen (korrespondierend mit Rogers "Konzept der Persönlichkeit" und Bubers "Konzept des Dialogs").
Die Selbstbestimmungsfähigkeit des Menschen, unter der Voraussetzung einer relativen Autonomie, lässt sich nur in selbstorganisierenden und -regulierenden Abläufen, durch aktive Beziehungen zur sozialen Umgebung und Umwelt, vollziehen.
Förderung wird nicht von oben herab betrieben, sondern gezielt in den Bereichen der "Zone der nächsten Entwicklung" (Wygotski), die unmittelbar auch mit dem Interesse des betroffenen Menschen korrespondiert.